Behandlung


Am Anfang jeder Behandlung steht die sorgfältige Untersuchung mit klinischen, labortechnischen und radiologischen Methoden. Damit werden unter anderem alle Beschwerden ausgeschlossen, die nicht manuell behandelt werden sollten.

Die chiropraktische Behandlung besteht im wesentlichen aus einer spezifischen, mit einem minimalen Kraftaufwand ausgeführten manuellen Einwirkung auf ein Gelenk, das in seiner Funktion gestört ist.

Dabei wird das blockierte Gelenk leicht über seine normale Beweglichkeit hinaus bewegt, ohne dass Kapsel, Bänder oder Weichteile verletzt oder beeinträchtigt werden. So kann die Gelenkfunktion sofort oder mit einer gewissen Verzögerung wiederhergestellt werden. Die Behandlung ist im Allgemeinen schmerzfrei.


Die Tätigkeit des Chiropraktors beruht auf den vier Säulen Diagnose, Behandlung, Beratun und Betreuung.

 
 
 



Chiropraktik bei Ischias

Unter Ischias versteht man eine Reizung des Nervs, der die Beine versorgt. Hervorgerufen wird die Reizung meist von Bandscheibenverletzungen oder Abnützungen in der Lendenwirbelsäule, die den Austrittskanal des Nervs allmählich einengen und dessen Funktion beeinträchtigen. Oft ist ein Hexenschuss Vorbote eines Ischias.

Typische Ursache von Ischias sind Bandscheibenschäden nach Über- und Fehlbelastungen der Lenden- wirbelsäule, nach Fehlhaltungen und Muskelschwächen, selten auch nach Erkrankungen der Knochen, Gefässe und Nerven.  Häufig können Beinschmerzen (sogenannte Ischialgie) auch durch starke Muskelverspannungen, die ins Bein ausstrahlen, verursacht werden.

Symptome
Der Patient leidet an spontan auftretenden Schmerzen im Kreuz und in einem Bein. Häufig sind die Schmerzen begleitet von Reflexausfällen, Empfindungsstörungen und Kraftverlust in Bein oder Fuss. Muskelverspannungen, eine typische Schonhaltung zur Seite oder nach vorne sowie Schmerzen beim Husten, Niesen und Pressen kommen dazu. Häufig schmerzen auch das Bücken und das Aufrichten sowie das Sitzen.

Untersuchung
Mit chiropraktischen, orthopädischen, neurologischen und radiologischen Untersuchungen findet der Chiropraktor den Abschnitt der Lendenwirbelsäule, in dem die Beschwerden ihren Ursprung haben. Oft zeigen ihm die Röntgenbilder eine krankhafte Verschmälerung des Bandscheibenzwischenraumes.

Behandlung
Die chiropraktische Behandlung verspricht in akuten wie auch in chronischen Fällen Erfolg. Behandlung und Betreuung sollten so früh wie möglich einsetzen. Extension der Lendenwirbelsäule, Elektrotherapie, zu einem späteren Zeitpunkt Bewegungsbäder und aktive physikalische Therapie können weitere Behandlungsschritte sein.

Tipps zur Schmerzlinderung
Jede Über- und Fehlbelastung sollte unbedingt vermieden werden: Oft entlastet das Liegen mit angewinkelten Beinen die gereizte Nervenwurzel. Individuell dosierte Bewegung sollte mit Ruhe abwechseln. Kältepackungen über der unteren Lendenwirbelsäule lassen die entzündeten Bereiche abschwellen.

Vorbeugen ist besser

Wer sich richtig bückt, korrekt hebt, rückengerecht sitzt und seine Muskulatur stärkt, senkt das Risiko von Rückfällen. Rückengerechte Sitzmöbel, Spezialkissen, höhenverstellbare Arbeitstische und Stehpulte sollten selbstverständlich sein. Eine starke untere Rumpf- und Beinmuskulatur (Gesäss, Bauch, Taille, Beine und Rücken) stützt und schützt die Wirbelsäule. Verkürzungen von Rumpf- oder Beinmuskeln werden gedehnt, um Fehlbelastungen zu vermeiden.

 


Brustschmerzen aus der Wirbelsäule

Nicht jeder Brustschmerz ist eine Herzerkrankung: Blockierungen der Wirbelgelenke im Bereich der Brustwirbelsäule und Blockierungen der Wirbel-Rippengelenke verursachen oft Schmerzen, wie sie in ähnlicher Art auch von Krankheiten an inneren Organen (Herz, Lunge, Magen, Darm, Leber usw.) hervorgerufen werden.
Zum Beispiel können Gelenkblockierungen im Bereiche der Hals- und oberen Brustwirbelsäule und Muskelverspannungen einengende Schmerzen in der Brust auslösen, die eine Herzerkrankung vortäuschen.

Untersuch
Leidet der Patient an Brustschmerzen, werden vorerst Organerkrankungen ausgeschlossen die eine andere Behandlung erfordern – oft in enger Zusammenarbeit mit Fachärzten.
Ein Wirbelgelenk, dessen Funktion nach einer Blockierung gestört ist, kann Schmerzen verursachen, die eine Organerkrankung vortäuschen, oder es kann organisch bedingte Schmerzen verstärken. Andererseits kann eine Organerkrankung Reaktionen in den Gelenken und in den Muskeln der Wirbelsäule hervorrufen, die die Symptome der Organerkrankung verstärken.

Behandlung

Oft werden Brustschmerzen als psychosomatisches Leiden diagnostiziert, ohne dass abgeklärt worden ist, ob Gelenke und Muskeln der Wirbelsäule mit verantwortlich an den Beschwerden sind.

Die moderne neurophysiologische Forschung zeigt, dass zwischen dem zentralem Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) und den inneren Organen, der Haut, den Muskeln und den Gelenken komplexe Reflexmechanismen bestehen.

Mit der Behandlung blockierter Wirbelgelenke behebt der Chiropraktor mechanische Störungen an der Wirbelsäule. Das entspannt unter anderem die Muskulatur und kann auch die inneren Organe in einem positiven Sinne beeinflussen.

Vorbeugen ist besser
Oft sind die beschriebenen Schmerzen Folge einer Fehlbelastung oder von langandauernden monotonen Bewegungsabläufen.

Ausreichende und regelmässige Bewegung vermag in vielen Fällen zahlreiche dieser Schmerzen zu lindern, wenn sie von der Wirbelsäule herrühren.Es empfiehlt sich, einen Arzt oder Chiropraktor zu konsultieren, der eine genaue Diagnose stellt, die allfällige Funktionsstörung behebt und ein individuelles Gymnastik- und Bewegungsprogramm empfiehlt.

 


Chiropraktik in jedem Alter

Immer mehr ältere Menschen, darunter oft Betagte von mehr als neunzig Jahren, nehmen die Hilfe eines Chiropraktors in Anspruch.

Die Belastung durch die Schwerkraft ist für zwanzig- und neunzigjährige Menschen gleich. Mit zunehmendem Alter der Wirbelsäule aber, mit verminderter Widerstandsfähigkeit und Elastizität des Gewebes kommt es langsam zum Verlust notwendiger Ausgleichsfunktionen. Das heisst, die normalen Krümmungen der Wirbelsäule nehmen zu, das Muskelkorsett wird schwächer. Folge sind Haltungszerfall und eingeschränkte Beweglichkeit.

Nicht nur «Altersgründe» spielen dabei eine Rolle, sondern auch Bewegungsmangel, unzureichende Ernährung, Operationen, Unfälle und Krankheiten.

Untersuch
Abnützungserscheinungen in den Gelenken (Arthrose), Knochenbrüchigkeit (Osteoporose), Muskelschwäche und manchmal auch ein reduziertes Allgemeinbefinden sind bei älteren Menschen besonders zu berücksichtigen.
Das eingehende persönliche Gespräch und die Aufnahme der Krankengeschichte sind für die Diagnose ebenso wichtig wie die chiropraktische, neurologische und orthopädische Untersuchung von Nerven-, Muskel- und Gelenksfunktionen.

Röntgenbilder zeigen unter anderem das Ausmass der Arthrose und geben Hinweise auf Osteoporose.

Behandlung
Auch im hohen Alter spricht nichts gegen die Chiropraktik, denn die Behandlung wird nach der eingehenden Diagnose sorgfältig dem Befinden des Patienten angepasst.
Osteoporose etwa verlangt nach besonderen manuellen Methoden; in bestimmten Fällen konzentriert sich der Chiropraktor auf die Behandlung umliegender Gelenke und der Muskulatur. Dazu kommen Anleitungen für gezielte Übungen und die Zusammenarbeit mit Spezialisten: Gelegentlich ist eine medikamentöse Ergänzungs-Behandlung nötig.

Wichtigste Aufgabe des Chiropraktors ist es, Schmerzen zu lindern und die Alltags-Beweglichkeit des Patienten so weit wie möglich wieder herzustellen.

Vorbeugen ist besser
Gezieltes Vorbeugen soll «Altersbeschwerden» verhindern. Bewegung und ein rückenschonendes Verhalten im Alltag sind dabei ebenso wichtig wie gesunde Ernährung, geistige Aktivität und rasches Reagieren, wenn erste Beschwerden auftreten.

Körperliches Training kann zwar beschädigtes oder zerstörtes Gewebe nicht wiederherstellen. In vielen Fällen aber hält es bis ins hohe Alter fit: Es optimiert vorhandene Funktionen, verbessert die Lebensqualität und verhindert oder verzögert Behinderungen. Der Chiropraktor stellt individuelle Bewegungs- und Gymnastikprogramme zusammen.

 

Chiropraktik bei Kreuzschmerzen
Kreuz- und andere Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in der industrialisierten Welt. Vier von fünf Schweizern leiden mindestens einmal im Leben daran. Auch Kinder sind schon betroffen. Rückenschmerzen verursachen fast ein Drittel aller Arbeitsunfähigkeitstage und jährlich rund zwei Milliarden Franken Kosten.

Nur bei vier bis zehn Prozent aller Patienten dauern die Beschwerden länger als sechs Monate. Diese Gruppe verursacht jedoch 85 Prozent aller Kosten. Das zeigt, wie wichtig es ist, rasch fachmännische Hilfe zu erhalten.

Untersuch
Mit der Aufnahme der Krankengeschichte, mit klinischen und manuellen Untersuchungen, nötigenfalls mit Röntgen-, Computertomogramm- oder Magnetresonanzaufnahmen und mit Laboruntersuchungen stellt der Chiropraktor fest, woher die Beschwerden kommen.Kreuzschmerzen äussern sich ein- oder beidseitig im Lenden- und im Gesässbereich – dumpf, drückend, in akuten Fällen stechend. Bandscheibenschäden, können Nerven reizen und benachbarte Wirbelsegmente blockieren sowie Muskelverspannungen verursachen.

Gelegentlich können Erkrankungen der inneren Organe (Verdauungstrakt und Harnwege) und Schwangerschaften Kreuzschmerzen verursachen.

Behandlung
Erwiesen ist, dass die Chiropraktik bei akuten Kreuzschmerzen die wirkungsvollste und kostengünstigste Behandlungsmethode ist.

Der Chiropraktor löst das blockierte Bewegungssegment (ein Bewegungssegment besteht aus einer Bandscheibe und den zwei benachbarten Wirbelgelenken). Damit entspannt er die Muskulatur und behebt Nervenreizungen. Je nach Ursache entscheidet er, welche Therapieform angewendet wird, um die Genesung zu beschleunigen: Ruhe, vorsichtige Bewegung oder gezielte Aktivierung.

Vorbeugen ist besser
Schweres Tragen, zu langes Sitzen, Fehlbelastungen bei der Arbeit, im Alltag und beim Sport fördern den raschen Verschleiss der Wirbelsäule, insbesondere der Bandscheiben. Diese Belastungen sind konsequent zu vermeiden.
Der Chiropraktor weiss, wie man die Wirbelsäule bei Arbeit, Sport und Erholung schont, wie man korrekt hebt, trägt, sitzt und liegt. Er kann Anleitungen zur Wirbelsäulengymnastik mit Kräftigungs- und Dehnungsübungen, mit Koordinations- und Kreislauftraining geben.


 

Kinder und Chiropraktik
40 bis 50 % unserer Kinder und Jugendlichen leiden an Haltungsschwächen und Fehlhaltungen. Häufig entstehen daraus Kopfschmerzen und andere Beschwerden. Eine beträchtliche Zahl von Kindern nimmt deswegen Schmerzmittel.
Viele Kinder leiden an Bewegungsmangel und sitzen zu lange, und noch immer verbringen die meisten Kinder ihre Schulzeit an ergonomisch ungünstigen Pulten und auf unzweckmässigen Stühlen. Besonders nachteilig wirkt sich aus, dass sie das in der Zeit des Wachstums erdulden müssen.

Untersuch
Rückenschmerzen bei Erwachsenen haben ihren Ursprung oft im Schulalter: Das bewegungsarme Sitzen lässt die Muskulatur rasch ermüden, und der Rücken verkrümmt sich. Das hat negative Folgen für die Bänder der Wirbelsäule, für die Bandscheiben, Wirbelkörper und Wirbelgelenke. Fehlhaltungen können sich verfestigen, das Wachstum behindern und zum Beispiel zu einem Rundrücken führen. Verspannungen, chronische Rückenschmerzen, Muskelschwächen, eine verminderte Belastbarkeit, Kopf- schmerzen und Konzentrationsschwäche können die Auswirkungen ungünstigen Sitzens sein. Häufig klagen betroffene Kinder auch über Atem- und Verdauungsbeschwerden.

Behandlung
Eine Behandlung kann nur erfolgreich sein, wenn der Chiropraktor die Beschwerden früh erkennt und ihre Entwicklung beobachtet. Aktive und passive Therapien haben eine Haltungskorrektur als Ziel. Das Kind lernt seine Haltung wahrzunehmen und trainiert seine Muskulatur unter fachkundiger Anleitung. Allenfalls werden bereits beeinträchtigte Gelenke chiropraktisch behandelt. Regelmässige Wärmeanwendungen und Massagen unterstützen die Durchblutung und Lockerung verspannter Muskeln.
Ein wichtiger Teil der Beratung ist es, Kindern in der Schule und zu Hause einen optimalen Arbeitsplatz einzurichten.

Vorbeugen ist besser
Die Vorsorge für einen gesunden Rücken beginnt in der Kindheit – zu Hause und besonders in der Schule.
Der gute Schulstuhl verfügt über eine rutschfeste Sitzfläche, die sich um fünf bis zehn Grad neigen lässt, über abgerundete Vorderkante und eine gewölbte Rückenlehne mit Lendenstütze. Er ist höhenverstellbar und dank fünf Füssen standfest. Wer darauf sitzt, kann seine Füsse auf den Boden stellen.
Optimales Mobiliar erlaubt den möglichst waagrechten Blick nach vorne. Pulte sind höhenverstellbar und schränken die Beinfreiheit nicht ein; die Schreibfläche lässt sich neigen.
Langes Sitzen sollte häufig von kurzen Pausen und Bewegung unterbrochen werden.



 

Halswirbelsäule und Kopfschmerzen
Reizungen der Halswirbelgelenke und Verspannungen der Nacken- und Rückenmuskulatur können Kopfschmerzen verursachen: Störungen in den Gelenken der Halswirbelsäule führen zu so genannten Projektionsschmerzen vom Hinterkopf bis zur Stirn; muskuläre Verspannungen hingegen lösen vorwiegend Hinterkopfschmerzen aus (Spannungskopfschmerzen).

Untersuch
Reizungen der oberen Halswirbelgelenke – etwa nach Abnützung, Verletzung, Fehlbewegung – schränken oft die Beweglichkeit des Nackens auf schmerzhafte Weise ein. Auf dem Röntgenbild können sich Abnützungserscheinungen und Fehlstellungen zeigen. Beim Spannungskopfschmerz zeigt sich eine schmerzhafte Dauerverspannung der Nackenmuskeln. Ursachen sind eine monotone Haltung, Blockierungen in der Wirbelsäule, aber auch Stress und weitere Faktoren.

Migräne hat ihren Ursprung nicht im Genick. Sie wird ausgelöst von Störungen der Blutgefässe, die die Hirnhaut versorgen. Doch nicht klassische Migränen und starke Spannungskopfschmerzen sind oft schwierig zu unterscheiden.

Behandlung
Sind die Gelenke der oberen Halswirbelsäule nicht mehr voll beweglich, ist die chiropraktische Mobilisation oder Manipulation in den meisten Fällen die wirksamste Therapie.
Bei Spannungskopfschmerzen – meist von mehreren Faktoren beeinflusst – richtet sich die Therapie nach der Hauptkomponente: Bei muskulären Ursachen, etwa Verspannungen, verfügt der Chiropraktor über eine ganze Reihe von Behandlungsmöglichkeiten.Kopfschmerztherapien müssen mögliche Auslösemechanismen mit berücksichtigen. Behoben werden sollten ungünstige Arbeitsplatzhaltungen, belastende Sportarten und Stress.

Vorbeugen ist besser
Wer Verspannungen vermeiden will, achtet darauf, dass der Nacken keiner monotonen Haltung und Bewegung unterworfen ist. Das gilt besonders für das Arbeiten am Bildschirm: Der Bildschirm steht auf Augenhöhe direkt vor dem Arbeitsplatz, und das Mobiliar erlaubt eine entspannte Haltung. Auch während der Arbeitszeit sind einfache Übungen zur Bewegung der Wirbelsäule sehr zu empfehlen.
Bestimmte Sportarten und Bewegungen können die Gelenke der Halswirbelsäule irritieren, während Entspannungsübungen – etwa autogenes Training – dem Alltagsstress entgegenwirken. Der Chiropraktor berät und weiss, was nützt.

Medikamente gegen Schmerzen sollten nicht über längere Zeit eingenommen werden.